Kritik ist kein Ausschlussgrund: Für eine offene Debatte beim Deutschlandtakt
Die Initiative Deutschlandtakt e.V. stellt sich die Aufgabe, ein zukunftsweisendes und tragfähiges Konzept für den Schienenverkehr zu begleiten – das Konzept Deutschlandtakt. Zu einem solchen Jahrhundertprojekt gehört ein demokratischer und transparenter Diskurs.
Der genannte gemeinnützige Verein hat sich viel Mühe gegeben, eine 2-seitige Unvereinbarkeitsliste zu erstellen. Es heißt dort, dass u.a. das ABBD als Ganzes und alle dort in Bürgerinitiativen engagierten Menschen Schwerpunkte setzen, die zu stark vom Leitbild der Initiative Deutschlandtakt abweichen, um eine sinnvolle Zusammenarbeit zu ermöglichen.
Der Verein hat natürlich das Recht, unerwünschte Mitglieder abzuwehren. Die Berufung auf eine sogenannte starke Abweichung vom Leitbild hinterlässt aber nur den Beigeschmack, berechtigte fachliche Kritik würde ausgeschlossen. Das ist ein bedenklich demokratie-fernes Signal.
Es drängt sich der Eindruck auf, dass unliebsame Argumente nicht inhaltlich widerlegt, sondern durch den formalen Ausschluss ihrer Urheber komplett aus der Debatte verbannt werden sollen. Die Initiative Deutschlandtakt e.V. verpasst vereinsintern die Chance auf einen sachlichen Austausch mit Andersdenkenden zum Thema 3. Zielfahrplan.
Die Forderung nach einer umfassenden Neuberechnung des 3. Zielfahrplans – die einzige grundlegende Abweichung vom Leitbild – ist weder destruktiv noch verstößt sie gegen die Grundwerte einer Verkehrswende. Im Gegenteil: Sie basiert auf fundierten verkehrswissenschaftlichen, wirtschaftlichen und nationalen wie regionalen Argumenten. All dies im Sinne eines realistisch konzipierten, finanzierbaren und baulich zeitnah umzusetzenden Deutschlandtakts. Den 3. Zielfahrplan als Fundament des Deutschlandtakts zu hinterfragen und zu optimieren ist kein Akt der Sabotage, sondern gelebte Qualitätssicherung im Sinne aller Fahrgäste und im Sinne einer funktionierenden Verkehrs- und Klimawende.
An dieser Stelle zeigt sich exemplarisch die gesamte brancheninterne iterative Entwicklung des Deutschlandtakts und dessen Zielfahrplan. Die wiederholte Forderung von Bürgerinitiativen und Umweltverbände, wie die des Netzwerks ABBD, in die Konzeption des Deutschlandtakts eingebunden zu werden und den 3. Zielfahrplan grundlegend zu überarbeiten, ist mehr als berechtigt!
Die Initiative Pro-Ausbau setzt sich seit ihrer Gründung für die Neukonzeptionierung des Deutschlandtakts und des 3. Zielfahrplans ein. Wir beziehen uns dabei auf den Mathematiker Prof. Dr. Wolfgang Hesse als Experte für Integrale Taktfahrpläne und seine fundamentale Kritik am aktuellen Zielfahrplan. Außerdem haben wir Einblick in Dokumente über den Vorgang der sogenannten iterativen (schrittweisen) Entwicklung des Zielfahrplans und haben daraus zentrale Verfehlungen hervorgehoben. Last but not least holt uns alle die Realität ein, die uns die finanzielle Belastung durch den erforderlichen Bau für die Umsetzung dieses Zielfahrplans aufzeigt – Geld was nicht da ist oder dringend anderweitig benötigt wird.
Wir haben unsere Recherchen bereits vor einiger Zeit gezielt auf die Initiative Deutschlandtakt gerichtet und verlinken den Beitrag an dieser Stelle:
Lobbyisten sprengen den Bürgerdialog.
Diese Initiative hat sich nunmehr als eingetragener Verein konstituiert mit einem Leitbild und … einer Unvereinbarkeitsliste. Da Pro-Ausbau in Sachen Kritik am 3. Zielfahrplan an vorderster Stelle steht, fühlen wir uns sehr geehrt über die Bedeutung, die man unserer Kritik beimisst – und deren Folgen.
An dieser Stelle möchten wir Sie teilhaben lassen an unserer Korrespondenz mit der Initiative Deutschlandtakt bereits vor einem Jahr! Schon damals ist eine Zusammenarbeit mit Pro-Ausbau abgelehnt worden. Als Begründung wurde genannt, die Initiative träte nicht für einen bestimmten Zielfahrplan ein und die Initiative sei schon zu groß (01.09.2025)! So ändern sich die Zeiten – jetzt tritt die Initiative für den 3. Zielfahrplan ein und sucht noch Mitglieder (22.06.2026).
Betrachten wir den aktuellen Vorstand des neu gegründeten Vereins Initiative Deutschlandtakt e.V. :
Neele Wesseln! Derzeit noch Co-Geschäftsführerin DER GÜTERBAHNEN. Nun, ihr Kollege Peter Westenberger schlägt zum Deutschlandtakt und dessen 3. Zielfahrplan ganz besonders Leitbild-kritische Töne an. Zuletzt auf einer Veranstaltung der DVWG! Frau Wesseln hat ihr Mandat als Co-Geschäftsführerin zum Ende 2026 niedergelegt und sucht eine neue berufliche Herausforderung.
Janne Schönerstedt! Seit dem 15.04.2026 Manager Public Affairs (Manager für Politikkontakte) bei FLIXTRAIN und bis Herbst 2025 wissenschaftliche Mitarbeiterin des MdB Matthias Gastel (GRÜNE).
Fred Zaumseil! Ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Presseansprechpartner im Bundestagsbüro des MdB Stefan Seidler (SSW).
Lukas Iffländer! Bundesvorsitzender von PRO-BAHN, die im Februar 2026 ein eigenes Positionspapier herausgegeben haben. Textauszug: „Gleichzeitig zeigt sich nach den ersten Jahren der Deutschlandtakt-Planung, dass die bisherige Herangehensweise erhebliche Schwächen aufweist: […] PRO BAHN fordert daher eine grundlegende Reform der Deutschlandtakt-Planung, die Realismus, Verbindlichkeit und kontinuierliche Weiterentwicklung in den Mittelpunkt stellt.“
Kay Rabe von Kühlewein! Genannt Klima_Kay. Aktiv bei FridaysForFuture in verschiedenen Ortsgruppen. Stellvertretender Vorstand im VCD-Niedersachsen.
Constantin Lehnert! Leiter für Europapolitik, Bahntechnologie, Schienenverkehr beim Deutschen Verkehrsforum DVF mit entsprechendem Eintrag im Lobbyregister.
Jonas Prade! Seit 2023 wissenschaftliche Büroleitung des MdB Matthias Gastel (GRÜNE) im Deutschen Bundestag.
Herzlichen Glückwunsch! Auf nunmehr eine erfolgreichere Lobbyarbeit!
Pro-Ausbau bleibt bei dem Standpunkt: Fundament 3. Zielfahrplan SCHIEF + Evolution 3. Zielfahrplan bleibt SCHIEF + Etappierung 3. Zielfahrplan macht SCHIEF nur SCHIEFER.
