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Gelb-rote Karte für Bürgerdialog Hannover – Bielefeld

Pro-Ausbau ist mit der Entwicklung des Bürgerdialogs „Hannover – Bielefeld“ mehr als unzufrieden. Wir haben...
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BUND verklagt Bundesregierung

Die Bundesregierung hält die Emissions-Grenzen im Verkehrs- und Gebäudesektor, die im Klimaschutzgesetz festgeschrieben sind, nicht...
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Haushaltsausschuss hat Fragen zum Deutschlandtakt

Schaumburger Initiative „Pro Ausbau“ und Ing.-Büro Bahnzentrum Bielefeld waren zum Berichterstattergespräch des Haushaltsausschusses in den...
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Fahrzeit des 3. Zielfahplans bleibt Vorgabe

Bahn prüft sechs Korridore für Strecke Hannover-Bielefeld Im Fernverkehr zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet will...
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Mahnfeuer von den Alpen bis zur See

ABBD initiiert eine deutschlandweite Mahnfeuer-Aktion Das ABBD erklärt sich solidarisch mit den Bürgerinitiativen Alpha-E. Den...
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4. Zielfahrplan kommt … Sekt oder Selters?

Aktuell hat das BMDV eine öffentliche Ausschreibung laufen: Überarbeitung des Zielfahrplans. Können wir die Sektkorken...
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Fachtagung – 300 km/h und der Klimawandel

Am 05.11.2022 veranstaltete die Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände in Ostwestfalen-Lippe und Niedersachsen im Preußenmuseum in Minden eine Fachtagung...
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Sekt, Schnittchen und Schuss nicht gehört

Das Verkehrsministerium feiert den Zielfahrplan als Klimaretter Derzeit tourt das Bundesverkehrsministerium (BMDV) durch Deutschland und...
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Wir sind Bahnfreunde und setzen uns dafür ein, dass dieses Verkehrsmittel für alle besser wird! Das Geld, dass das Bundesverkehrsministerium für die Schiene bereit stellt, muss ökologisch und ökonomisch eingesetzt werden. Wir fordern die Instandsetzung und Modernisierung der Bahninfrastruktur.
Wir fordern die Überarbeitung des Zielfahrplans – für die Bahn – für die Region – für die Umwelt.
Unser besonderer Augenmerk liegt auf der Bahnstrecke Hannover – Bielefeld.


Gelb-rote Karte für Bürgerdialog Hannover – Bielefeld

Massiver Protest gegen die Art und Weise des Bürgerdialogs und die Vorfestlegungen

Teilnehmer des Projektplenums verlassen die Veranstaltung

Auf dem 7. Projektplenum hat Pro-Ausbau folgende Protestworte gefunden und die Sitzung verlassen. Viele Plenumsteilnehmer haben ihre deutliche Kritik genauso geäußert und das Online-Meeting beendet:

„Wir wenden uns an das Projektmanagement bis hoch zum Vorstand der DB Netz AG. Wir zeigen Ihnen die gelb-rote Karte! Anläßlich der Verkündung der Trassenkorridore zum Projekt Hannover – Bielefeld hat das Bundesverkehrsministerium zusammen mit der DB Netz AG wieder einmal ihre ungenügende Kommunikationsleistung unter Beweis gestellt – eine glatte 6.

Vorab-Sitzungen, die erwartungsgemäß für vorab-Gerüchte und vorab-Kommentare sorgen, sorgen auch dafür, dass das Projektplenum aus den Medien erfährt was los ist. Die DB Netz AG sollte ihre Einflussmöglichkeit dahingehend nutzen, sich nicht bloß als Zuarbeiter des BMDV zu sehen, sondern ihre Verantwortung für einen ernsthaften Bürgerdialog zu tragen.


Das Kasperletheater um das „Weiße Blatt Papier“ und die „ergebnisoffene Prüfung“ ist wohl jetzt fertig. Glatt gelogen möchte man sagen. 31 Minuten als alleiniges Ausschlusskriterium zu erklären, ist arglistige Täuschung des Plenums.

Die Klimaschutzgesetze und- ziele bleiben mit dieser Vorfestlegung de facto auf der Strecke. Wir erfahren jetzt, dass konstruktive Vorschläge inclusive einer fahrbaren Lösung für einen Deutschlandtakt unberücksichtigt bleiben. Wir erfahren, dass ein schneller konsensfähiger Bahnausbau ad acta gelegt wird. Alles was zum Klimaschutz beitragen würde, wird verworfen.

Sie vermittelten dem Plenum, dass Kriterien wie Kosten / Nutzen, CO2, alle Belange des ohnehin veralteten Methodenhandbuchs gleiche Gewichtung genießen. Nun erfahren wir, dass das einzige Gewicht – nämlich die Fahrzeit – aus einem vielfach kritisierten Zielfahrplan die Priorität eingeräumt wird.

Zu diesem Verfahren gibt es ausschließlich immer noch die ja so bequemen und regulierbaren Online-Sitzungen. Jedwede Vernetzung, jedweder Austausch und Dialog der Beteiligten werden planmäßig behindert und verhindert. Selbst Forderungen nach Veranstaltungen in Präsenz plus Online werden ignoriert.

Dieser Bürgerdialog ist Diebstahl von Lebenszeit und es nicht wert, sich das in der bisherigen Art und Weise länger gefallen zu lassen. Dieses Beteiligungsformat ist an Verhöhnung und Geringschätzung der Öffentlichkeit nicht zu überbieten.

Dass darüber hinaus eine in die öffentlichen Belange immens eingreifende Konzeption wie der Zielfahrplan ohne Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt wird, setzt allem noch das Krönchen auf.

Wir fordern Sie als Projektmanagement auf, zur nächsten Plenumssitzzung eine Präsenz- plus Online-Sitzung zu organisieren, die einem ernsthaften und glaubwürdigen Dialog Rechnung trägt.

Wir fordern Sie auf, bis zum 28.02.2023 Ihre Planungsarbeiten um die Korridore und Varianten für den Bestandsausbau sowie für die bereits gemachten konstruktiven Vorschläge an der Bestandsstrecke zu erweitern.

Wir fordern Sie auf, die Drehung der Windmühle im Knoten Hannover mit in die Planungen und Überlegungen einzubeziehen und sich dafür stark zu machen, das BMDV von einer grundlegenden Überarbeitung des Zielfahrplans zu überzeugen.

Wir fordern die Teilnahme des Bahnbeauftragten Herrn Theurer an der nächsten Plenumssitzung und entsprechend Ihre Einladung an ihn. Dass sich das BMDV in dieser Runde selbst äußert, gehört zum Respekt gegenüber der Bürgerinnen und Bürger.

Auf Wiedersehen beim nächsten Plenum.“

C.Grimm, Pro-Ausbau

Schaumburger Zeitung 01.02.2023

Dialogprozess der ICE-Strecke Hannover-Bielefeld vor die Wand gefahren

Naturschutzverbände verlassen unter Protest das Dialogplenum der Bahn


1.2.2023 | Mit der Vorfestlegung einer Fahrzeit von 31 Minuten durch das Bundesministerium für
Digitales und Verkehr (BMDV) wird eine Vorentscheidung für eine ICE-Schnellbahntrasse getroffen, auf
der Züge mit 300 h/km verkehren können. Ein naturschonender und klimafreundlicher Ausbau der
Bestandstrecke sei damit faktisch vom Tisch, so die Naturschutzverbände aus OWL und Niedersachsen.
Die Verbände sind schockiert über diese Entscheidung und haben deshalb am Dienstag das
„Dialogplenum“ der Bahn unter Protest verlassen. Diesen Schritt haben auch die Vertreter*innen der
Bürgerinitiativen, der Landwirtschaft, mehrere Landräte, Bürgermeister und mehrere
Bundestagsabgeordnete gemacht.
Absolut nicht nachvollziehbar ist aus Sicht der Naturschutzverbände, dass diese Vorentscheidung
schon zu einem Zeitpunkt erfolgt, an dem mit dem Vergleich der verschiedenen Trassenvarianten
überhaupt erst begonnen wird. Denn im Plenum werden derzeit noch die Bewertungskriterien für den
Variantenvergleich erörtert. Anstatt den Dialog offen fortzuführen und möglichst mit einem Konsens
abzuschließen, erfolgt jetzt eine Vorfestlegung auf eine Neubaustrecke, die quer durch die freie
Landschaft verläuft. Dies hätte eine Durchtunnelung des Wesergebirges oder eine Zerschneidung des
Naturschutzgebietes Bückeburger Niederung zur Folge. Eine solche Neubaustrecke würde in unserer
Region Schutzgebiete durchschneiden und überbauen, viele Hektar wertvoller Böden versiegeln. Sie
wäre mit erheblichen Schäden für die Land- und Wasserwirtschaft verbunden, zudem extrem teuer
und erst nach 2040 zu verwirklichen. Weiterhin könnten auch mit einer solchen Neubaustrecke die
Vorgaben des Taktfahrplans des Bundesverkehrsministeriums nur dann erreicht werden, wenn auch
die Bahnstrecke Bielefeld – Hamm für 300 km/h vollständig auf und neben der Bestandstrasse neu
gebaut würde.
Die erfolgte Vorfestlegung düpiert aus Sicht der Verbände die Beteiligten im Plenum, die sich seit über
einem Jahr überwiegend ehrenamtlich in diesen Dialogprozess einbringen. Das Vorgehen habe aber
offenbar Methode, sei vergleichbar mit dem von der Bahn einseitig aufgekündigten „Alpha-E-
Kompromiss“ für den Ausbau der Bahnstrecke Hannover-Hamburg. Hier ist mit einem Federstrich
jahrelange Verhandlungsarbeit zunichte gemacht worden.
Die Naturschutzverbände sehen keinen Sinn in einem Pseudo-Beteiligungsverfahren, dessen Ergebnis
in keiner Weise offen ist. Durch die Vorfestlegung auf eine neu zu bauende „31-Minuten-Trasse“
hätten Verkehrsministerium und Bahn einen enormen Vertrauensschaden bei den Beteiligten des
Plenums erzeugt und sich als Verhandlungspartner diskreditiert. Die Naturschutzverbände wollen sich
weiter für einen klimafreundlichen und naturschonenden Bahnausbau und leistungsfähige Bahnnetze
einsetzen. In diesem Sinne sind die Verbände weiterhin an einem offenen und ehrlichen Dialog
interessiert und bieten der Bahn dazu Gespräche an.

Eine Mitteilung der Bezirkskonferenz Naturschutz OWL, BUND NRW, BUND Landesverband Niedersachsen, BUND Kreis Lippe, BUND Ortsgruppe Wunstorf, BUND Region Hannover, BUND Bielefeld, BUND Kreis Minden-Lübbecke, BUND Hameln Pyrmont, BUND Kreis Herford, BUND Regionalgruppe OWL, NABU LV Niedersachsen, NABU Kreis Minden-Lübbecke, NABU Kreisverband Lippe, NABU-Gruppe Rinteln, Naturschutzverband Niedersachsen, Förderverein Bückeburger Niederung, Lippischer Heimatbund Detmold (Fachstelle Umweltschutz und Landschaftspflege), Naturwissenschaftlicher Verein Bielefeld und Umgegend, Naturschutzbeiratsvorsitzender Kreis Herford


BUND verklagt Bundesregierung

Die Bundesregierung hält die Emissions-Grenzen im Verkehrs- und Gebäudesektor, die im Klimaschutzgesetz festgeschrieben sind, nicht ein. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) klagt deswegen nun vor Gericht auf den Beschluss eines Sofortprogramms für die beiden Sektoren. Lesen Sie mehr


Lesen Sie dazu beim RND.de

Der Bundesverkehrswegeplan soll endlich in Richtung Klimaschutz ausgerichtet werden

… „Schon viel zu lange leistet sich Deutschland eine Infrastrukturplanung, die ein Wünsch-dir-was-Programm einzelner Politikerinnen und Politiker ist statt eines strukturierten Zukunftsplans. Sowohl Ziele des Klimaschutzes und des Erhalts der Biodiversität als auch klassische verkehrliche Ziele wie Erhalt und Ertüchtigung eines Kernnetzes werden in den Planungen nach wie vor kaum berücksichtigt“, sagte Jens Hilgenberg, Verkehrsexperte des BUND, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Ein Rechtsgutachten der renommierten Kanzlei Becker-Büttner-Held im Auftrag der Denkfabrik Agora Verkehrswende und der Stiftung Klimaneutralität zielt in die gleiche Richtung. Obgleich der Verkehr ein großer Mitverursacher von CO₂-Emissionen sei, „ist der BVWP nicht an den gesetzlich vorgeschriebenen Klimaschutzzielen ausgerichtet, sondern schreibt das historische Verkehrsaufkommen ohne Differenzierung nach Klimaschädlichkeit fort“, heißt es in dem Papier. …

… Das Gutachten von Becker-Büttner-Held bemängelt überdies, dass das Verfahren zur Aufnahme von Projekten in den BVWP nicht transparent genug sei, es bedürfe daher einer „vollständigen Revision“. Zumal das zentrale Bewertungsprinzip der Kosten-Nutzen-Analyse den Klimaschutz nur ungenügend berücksichtige, und die Auswahl der Projekte nicht nach sachlichen Kriterien geschehe. „Die Projektauswahl ist vielmehr eine politische Entscheidung.“ …


Kommentar Pro-Ausbau

Dazu gehört definitiv der aktuelle Zielfahrplan und seine bauliche Verankerung im Bundesverkehrswegeplan (BVWP).

Haushaltsausschuss hat Fragen zum Deutschlandtakt

Schaumburger Initiative „Pro Ausbau“ und Ing.-Büro Bahnzentrum Bielefeld waren zum Berichterstattergespräch des Haushaltsausschusses in den Bundestag nach Berlin eingeladen.

Am vergangenen Mittwoch fand auf Initiative des Bünder FDP-Abgeordneten Frank Schäffler ein Fachgespräch zum Deutschlandtakt statt. Eingeladen waren aus dem Haushaltsausschuss die drei Berichterstatter der Ampelkoalition für den Verkehrsetat, Vertreter des Bundesverkehrsministeriums (BMDV) sowie sechs von den Abgeordneten eingeladene Fachleute. Frank Schäffler hatte Claudia Grimm von der Schaumburger Initiative „Pro Ausbau“ eingeladen sowie Stephan Schröder vom Ingenieurbüro Bahnzentrum aus Bielefeld, einem Mitautor der „Widuland-Studie“ zur Bahnstrecke Hamm – Bielefeld.

Bemerkenswert war, dass das BMDV zwei Tage vor dem Gespräch abgesagt hat. „Wir sind sehr irritiert, dass das Verkehrsministerium offenbar kein Interesse an einem Austausch mit Fachleuten und Bundestagsabgeordneten hat und mit einer sehr kurzfrsitigen Absage seine Mißachtung zeigt. Toll, dass trotzdem an diesem Termin festgehalten wurde. Wir freuen uns natürlich sehr über die Wertschätzung unserer Arbeit“ so Claudia Grimm. In Anbetracht der wiederholt geforderten Verbesserung der Kommunikation zwischen Politik und Öffentlichkeit sei das Verhalten des BMDV nicht zielführend.

Stephan Schröder freut sich genauso über die Einladung: „Herr Schäffler zeigt, wie es eigentlich immer gehandhabt werden sollte. Er hat neben den üblichen Verbandsvertretern zwei Gesprächspartner aus der Mitte der Öffentlichkeit dazugeholt.“ MdB Paula Piechotta (GRÜNE) und MdB Metin Hakverdi (SPD) hatten den Stadtplaner Prof. Carsten Gertz (TU Hamburg), Dr. Philipp Nagl vom DB-Vorstand, Dirk Flege (Allianz pro Schiene) sowie Dr. Lukas Iffländer (Pro Bahn) gebeten, zum Deutschlandtakt und dem aktuellen Zielfahrplan Stellung zu beziehen.
Foto: Büro Schäffler

Kritik an Ausschluss der Öffentlichkeit aber bloß nicht am Ergebnis rütteln

Grimm und Schröder kritisierten, dass die Verhandlungen über das Konzept des Deutschlandtakts und seinen Zielfahrplan ohne Einbezug von Öffentlichkeit und Naturschutzverbänden geführt wurden. Doch welche Konsequenzen werden sich daraus ergeben? Der Standpunkt des BMDV, nur auf die Bahnbranche und ihre Verbündeten zu setzen, wird sich nicht auszahlen. Schon jetzt gibt es massive Proteste der Bürgerinnen und Bürger sowie Umweltverbände von den Alpen bis zur See, der Leitgedanke des deutschlandweiten Aktionsbündnisses der Bahn-Bürgerinitiativen ABBD. Grimm: „Der Vorstand der DB Netz äußerte sich tatsächlich über die modern vernetzte Arbeitsweise von Bürgerinitiativen und die Ratlosigkeit angesichts der Macht des Protests. Umso dringender ist es ja wohl, sofort die Öffentlichkeit einzubeziehen. Und zwar inklusive einer Diskussion über den Zielfahrplan des Deutschlandtakts.“

Die Vertreter von DB Netz, Pro Bahn und Alianz pro Schiene warnten einstimmig davor, den Zielfahrplan zu diskutieren. Die Bahnbranche habe sich doch geeinigt. „Diese Einigung wird allerdings wertlos, wenn Teile des Zielfahrplans nicht umsetzbar sind – weil milliardenschwere Großprojekte entweder an den Kosten oder schlicht an der Realität scheitern, also technisch nicht umsetzbar sind. Zudem beschließen über die Umsetzung des Deutschlandtaktes demokratisch legitimierte Gremien wie der Bundestag und hier besteht ebensowenig ein Konsens wie mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort “ so Schröder. “Es gibt kostengünstige Alternativen zum vorgelegten Zielfahrplan, die ernsthaft in Betracht gezogen werden müssen. Der vorhandene Plan passt nicht in eine Zeit, in der Effizienz und Ressourcenschonung einen immer höheren Stellenwert bekommen.“

Fazit des hochinteressanten Tages: Die Politik muss verstehen, dass Mobilitäswende und Klimawende ohne die Bevölkerung nichts werden und effizente Lösungen gefragt sind. Das würde den Bahnausbau mehr beschleunigen als jedes Beschleunigungsgesetz.

Fahrzeit des 3. Zielfahplans bleibt Vorgabe

Bahn prüft sechs Korridore für Strecke Hannover-Bielefeld

Im Fernverkehr zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet will die Deutsche Bahn bei der weiteren Planung eines Hochgeschwindigkeits-Abschnitts für die Trasse Hannover-Bielefeld sechs Möglichkeiten näher ins Auge fassen. Dieses Zwischenergebnis sei Politikern und Vertretern des Bundesverkehrsministeriums jetzt vorgestellt worden, hieß es am Dienstag aus dem Konzern. Varianten in den eingegrenzten Streckenkorridoren sollen es demnach erlauben, dass ICE-Züge das Teilstück von Hannover nach Bielefeld in 31 Minuten schaffen können. Zunächst hatte es insgesamt zehn Optionen gegeben.

Lesen Sie mehr Süddeutsche Zeitung 24.01.2023

Mahnfeuer von den Alpen bis zur See

ABBD initiiert eine deutschlandweite Mahnfeuer-Aktion

Das ABBD erklärt sich solidarisch mit den Bürgerinitiativen Alpha-E. Den Aufruf der BI UnsYnn & Organisationspartner nehmen wir zum Anlass, auf die Fehlstellen der aktuellen Verkehrs- und Bahnpolitik aufmerksam zu machen.

Mahnfeuer für eine bessere Verkehrs- und Bahnpolitik

Mit Sorge verfolgen wir von Pro-Ausbau die Entwicklung und das Verhalten des DB-Netz Projektmanagements „Hamburg-Hannover„ (Alpha-E). Der aktuelle massive Protest aus dieser Region beflügelt uns, weiterhin kritisch unsere Projektplena zu verfolgen und zu kommentieren.

Das DB-Netz Projektmanagement „Hannover-Bielefeld“ hat angekündigt, in den kommenden Monaten die Grob-Trassenvarianten vorzustellen. Wir gehen davon aus, dass Herr Müller und Collegen nicht den Fehler begehen, das hinter verschlossener Tür nur vor auserwählten Kommunalvertretern zu tun, wie es bei Alpha-E geschehen ist.

Der Deutschlandtakt wird immer mehr zur Alibifunktion, um sich über alle Kompromissvorschläge seitens der Öffentlichkeit hinwegzusetzen. Wir sind empört darüber, dass uns das „überragende öffentliche Interesse“ vorgehalten wird, mit dem milliardenschwere Beton-Neubau-Planungen vor die Bürgerinnen und Bürger selbst, die Umwelt und das Klima gestellt werden. „Geht’s noch? Welches öffentliche Interesse kann denn überragender sein, als die Ressourcen der Welt zu schonen, die Natur zu entlasten und durch massive CO2 Einsparung das Klima zu retten?“

Pro-Ausbau fordert trotz der erfolgten Überarbeitung des Methodenhandbuchs – der Fibel für die Kosten-Nutzen-Rechnung – die Berechnung von CO2 Emissionen beim Bau des Infrastruktur-Neubaus explizit und nachvollziehbar vorzunehmen. Die derzeitige Formel soll uns weismachen, die Berechnung des CO2-Fussabdrucks eines Neubaus der Hochgeschwindigkeitsstrecke sei korrekt vorgenommen worden. „Da soll uns ein X für ein U vorgemacht werden.“

Pro-Ausbau hat sich am Aktionstag mit Mahnfeuern an verschiedenen Standorten beteiligt. Wir setzen damit ein feuriges Zeichen, dass wir nicht länger gewillt sind, diese Mogelpackung „Bürgerbeteiligung – weiter so“ mit dem Nebensatz „Die Bahn ist immer CO2 Einsparung“ mitzumachen.

Petition zum Bahnprojekt Hamburg-Hannover

Eine Petition muss beworben, Interesse geweckt, Unterstützung erlangt werden!

Wir machen Sie auf die Petition der BI Aktionsbündnis gegen Trassenneubau (Alpha-E, Bahnstrecke zwischen Hamburg – Hannover) aufmerksam. Informieren Sie sich über das Warum & Wieso.

Es geht um die eigenwillige Vorgehensweise der DB Netz AG bei ihren Bahntrassen-Planungen. Um kompromisslose Naturzerstörung in Zeiten der Klimakrise.
Wir kennen das alle von unseren eigenen Bahnprojekten, haben befreundete Bürgerinitiativen, die sich mit Bahnprojekten auseinandersetzen oder sind Leidtragende der Ergebnisse von Bahnprojekten, die am Bürger- und Umweltinteresse zu oft vorbei entschieden werden.

Bitte machen Sie mit! https://www.change.org/bahnsinn-2023  

4. Zielfahrplan kommt … Sekt oder Selters?

Aktuell hat das BMDV eine öffentliche Ausschreibung laufen: Überarbeitung des Zielfahrplans.
Können wir die Sektkorken knallen lassen? Mitnichten 🙁

Der Ausschreibungstext sagt auch warum:

Erstens wurden die Vorarbeiten wieder an alte Bekannte gegeben, die wissen, was der Kunde wünscht – u.a. die Firma Intraplan. Deren Verkehrsprognosen begnügen sich mit statistischen Auswertungen, Schätzungen, Abgleichen und breite Daumen mal Pi. Echte Zahlen? Fehlanzeige! Echte Zahlen sind Staatsgeheimnisse. Immer wieder werden Anfragen von Bundestagsabgeordneten abgeschmettert … interessierten Bürgern werden erst recht solche Auskünfte verweigert. Wir gehen daher davon aus, dass auch die Bundesgutachter – wenn überhaupt – nur bedingt Zugriff zu diesen Zahlen haben. Ergebnis: Fehler bei Schätzungen potenzieren sich zu Fehleinschätzungen bei Prognosen. Und auf so einer Datenbasis wird tatsächlich der Bedarf an „Bahn“ prognostiziert und daraus folgend der Zielfahrplan.

Zweitens heisst es ganz konkret, dass erneut wieder nur ein Austausch mit den bekannten Stakeholdern des Schienenpakts erfolgen soll. Man ist also wieder ganz unter sich. Eine unabhängige wissenschaftlich basierte Revision erfolgt nicht.

FotoCollage: Quelle Deutschlandtakt.de

Drittens wird das Wort Klimaschutz mit keiner Silbe erwähnt. Dass zwischenzeitlich das Bundesverfassungsgericht den Bundesgesetzen höhere Klimaschutzziele abverlangt, hat keinen Eingang in die Aufgabenbeschreibung zur Überarbeitung des Zielfahrplans gefunden.

Deutschlandtakt – eine viel zu gute Idee, um sie zu vermasseln 🙂

Unsere Forderung: Ein unabhängiger Projektbeirat muss Revisionsvorschläge für ein nachhaltiges, bezahlbares, realistisch zu verwirklichendes ITF-Konzept erarbeiten! Der Zielfahrplan 2030+ (bisher gemäß des 3. Gutachtens) muss neu berechnet werden!

Verkehrsexperten wie der Mathematiker und ITF-Experte Prof. Dr. Wolfgang Hesse raten dringend zu Verbesserungen der jetzigen Version des 3. Gutachtens. Und zwar bevor einzelne Streckenabschnitte in die Landschaft betoniert werden, die später mit ihrer Fehlerhaftigkeit, Unnützigkeit und Steuergeldverschwendung für Ärger sorgen. Das Konstrukt Deutschlandtakt ist eine politische Entscheidung der Bundesregierung. Dort sollte mit besonderem Augenmaß und großem Weitblick gearbeitet werden; denn mit einem fehlerhaften und zu kurz gedachten Taktfahrplan, bringt man eine hervorragende Idee schnell zum Entgleisen!

Weitere Informationen finden Sie im Menue der Webseite.