Wir sind Bahnfreunde und setzen uns dafür ein, dass dieses Verkehrsmittel für alle besser wird! Das Geld, dass das Bundesverkehrsministerium für die Schiene bereit stellt, muss ökologisch und ökonomisch eingesetzt werden. Wir fordern die Instandsetzung und Modernisierung der Bahninfrastruktur.
Wir fordern die Überarbeitung des Zielfahrplans – für die Bahn – für die Region – für die Umwelt.
Unser besonderer Augenmerk liegt auf der Bahnstrecke Hannover – Bielefeld.


Klimabahn, so geht’s

Die Klimabahn-Konferenz im Mai 2022 stand im Zeichen einer reellen Verkehrswende. Klimabahn statt Betonbahn. Lesen Sie die Beiträge der Veranstaltung.

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Tag der Schiene – Bahnhof Löhne

Die Bürgerinitiativen Bigtab, WiduLand und Pro-Ausbau zusammen mit den Naturschutzverbänden BUND(Bielefeld) und LNU(NRW) haben im Löhner Bahnhof spannende, kontroverse, konstruktive Gespräche geführt. Kritik, Anregungen, Hinweise wurden ausgetauscht.

Wichtigstes Anliegen war, die vorgetragenen Standpunkte des Fahrgastverbandes PRO BAHN und der DB NETZ AG, die eigene Info-Stände präsentierten, durch unsere Argumentation zu ergänzen und zu bereichern. Ein erklärtes Ziel aller: im Gespräch bleiben. Eine starke Veranstaltung!


BUND Bielefeld/facebook: „Tag der Schiene im Löhner Bahnhof. Um die einseitige Darstellung der Protagonisten der anwesenden Planungsgruppe der DB Trassenplanung um Alexander Müller und Volker Vorwerk auch vernünftige Vorschläge beiseite zu stellen, gab es Beteiligung der Bürgerinitiativen und der Naturschutzverbände. Eine große Karte der Bürgerinitiative ProAusbau unterstützte sehr anschaulich mögliche Trassenvarianten. Interessiertes Publikum speiste sich aus dem anreisenden Publikum der ProBahn Mitglieder Versammlung.

Höhepunkt auf der öffentlichen ProBahn Veranstaltung war die Verleihung des Fahrgastpreises 2022 an Kai Schulte vom Kompetenzzentrum ITF NRW. In seiner Dankesrede schrieb er den mittelverwöhnten anwesenden DB Vertretern ins Stammbuch, sorgsam mit dem öffentlichen Geld umzugehen. Der Mythos, es sei genügend Geld in den Kassen, sei falsch. Auch die Folgekosten durch den Ausbau der Strecke Hamm Bielefeld zur Schnelltrasse seien transparent darzustellen. Danach folgte noch ein Vortrag von Rainer Engel ohne jegliche Tragweite. Der Bundes Vorsitzende von ProBahn verweigerte jede Diskussionen zur Strecke und führte seinen oft mit Bahnmitteln unterstützten Verband ein weiteres Stück in die Bedeutungslosigkeit.

Der BUND Bielefeld ist eine der stark engagierten Kreisgruppen in Sachen Bahnprojekt Hannover – Bielefeld. Schauen Sie dort mal vorbei und bleiben Sie informiert – klick!


Bürgerinitiativen und Naturschutzverbände fordern eine echte Verkehrswende! Klimaschutz … jetzt!

Tag-der-Schiene-Praesentation

Den Tag der Schiene haben das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) und die Bahnbranche initiiert. Koordiniert wird das Event von der Allianz pro Schiene. Der Tag der Schiene ist Teil der „Europäischen Mobilitätswoche“, die vom 16. bis zum 22. September 2022 stattfand.

Warum ist die Bahn so unpünktlich?

Ein ICE, der die Strecke Berlin – Hannover – Bielefeld – Köln fährt, trägt die Bezeichnung ICE 651. Die „Wirtschaftswoche“ hat drei Gründe aufgezählt, warum hier die Bahn so unpünktlich ist. Interessanter Gesprächspartner ist Prof. Heiner Monheim.

Hinweis: https://www.zugfinder.net/de/zug-ICE_651

Zu viele Baustellen

Dabei sind die großen Bauprojekte nicht nur förderlich für die Infrastruktur. Wegen der vielen Großbaustellen werde zu wenig in das restliche Netz investiert, sagt Verkehrswissenschaftler Heiner Monheim. „Wir sind konfrontiert mit den Nachwehen von Stuttgart 21 – einem Fass ohne Boden“, sagt Monheim. Hinzu kämen neue Großprojekte in Hamburg-Altona, in Hannover und Bielefeld. Mit den wenigen Großprojekten für Hochgeschwindigkeit werde munter weitergemacht – obwohl diese zeitlichen Vorteile für den integralen Fahrplan eigentlich gar nicht sinnvoll seien. „Es werden Milliarden dafür ausgegeben, während der Rest des Netzes mit seinen Tausenden langsamen Fahrstrecken und viel zu vielen eingleisigen Strecken ohne Kreuzungspunkt ignoriert wird“, sagt Monheim.

Kaputte Züge

Ob in der Werkstatt alle Mängel behoben werden, ist aber nicht klar. „Viele ICEs fahren aus der Werkstatt raus und nur ein Drittel der Mängel sind beseitigt“, sagt Verkehrsexperte Monheim. Laut Insiderkreisen bleiben zwei Drittel der Mängel übrig, und die Züge bleiben entweder liegen oder müssen langsamer fahren. „Es wurden in den vergangenen Jahren viele Ausbesserungswerke geschlossen, daher ist der Reparaturaufwand nicht mehr zu schultern“, sagt Monheim. Die Bahn bestreitet das. Das Unternehmen meint: „Wenn unsere ICE und IC am frühen Morgen unsere Werke verlassen, sind 98 Prozent aller kundenrelevanten Komponenten störungsfrei.“

Personalmangel

Die Bahn hat viele Probleme und Baustellen. Die neue Investitionsstrategie geht einige, aber nicht alle an. „Es stellt sich die Frage: Hat die Bahn die richtigen Konzepte und Strategien? Und da ist die Antwort klar: Nein, hat sie nicht“, sagt Verkehrswissenschaftler Monheim. „Wir brauchen endlich eine richtige Vorwärtsstrategie. Die Bahn muss überall besser werden. Und da sind wir weit von entfernt.“

Lesen Sie den Artikel unter WIWO.de vom 17.09.2022

Prof. Monheim war auch zu Gast auf dem 10. VCD-Mobilitätskongress. Lesen und hören Sie dazu den Podcast bei Radio Flora.

Schienengipfel in Berlin … Satz mit x

In Berlin hat auf Einladung des Verkehrsministers Wissing (FDP) der Schienengipfel 2022 getagt.
Wer die 200 Teilnehmer waren wird nicht konkret aufgezählt – sicherlich die üblichen Verdächtigen.

Der Beitrag von Tagesschau.de bietet Minister Wissing die Möglichkeit, seine Politik zu vertonen:

Tagesschau.de vom 15.09.2022, Jim-Bob Nickschas, ARD-Hauptstadtstudio

Nennen wir das Kind beim Namen: Politikergelaber.

Interessanter wird das Interview auf WDR5 mit Dirk Flege von der Allianz pro Schiene. Herr Flege war Teilnehmer des Schienengipfels und geht mit der aktuellen Verkehrspolitik hart ins Gericht. Die Ziele des Bundesverkehrswegeplans (BVWP 2030) werden still und heimlich abmoderiert, weil sie nicht zu schaffen sind. Die schöne neue Welt des Deutschlandtakts wird es bis 2030 nicht geben, allenfalls häppchenweise. Von schnell umzusetzenden Bahn-Reaktivierungen oder der ernsthaften Fortsetzung der Strecken-Elektrifizierung wurde auf dem Schienengipfel kein Wort verloren. Herr Wissing wurstelt weiter vor sich hin. Der Schienengipfel … war alles nix.

WDR5 vom 16.09.2022

Dass der Deutschlandtakt in der jetzigen Form mit seinen für die Umsetzung notwendigen gigantischen Baumaßnahmen nix wird, ist in der Branche schon längs bekannt. Es häufen sich endlich die kritischen Stimmen dazu. Ex-Verkehrsminister Scheuer proklamierte ja noch in seiner letzten Amtsminute den 3. Zielfahrplan als final … öfter-schneller-überall. Verkehrsminister Wissing ist davon bislang nicht abgerückt. Endlich werden die Fehlleistungen der Verkehrspolitik immer lauter aufgezeigt. Hoffentlich führt das zu einem Überdenken des Konzepts … die Hoffnung stirbt zuletzt!

Alpha-E: Ausbau statt Neubau

Im Nachbar-Projekt Alpha-E, der Projektraum zwischen Hamburg – Bremen – Hannover, regt sich deutlicher Widerstand gegen das Vorgehen der Deutschen Bahn. Die DB Netz AG lässt sich bei ihren Planungen nur stückchenweise in die Karten gucken. Der Projektbeirat Alpha-E befürchtet, dass es auf eine Neubaustrecke hinausläuft.

Die Region fordert: Schnellstmögliche Verbesserungen für den Schienenverkehr, Alpha-E als schnelle und modulare Ausbaulösung endlich umsetzen

Am 15. September 2022 hat der Projektbeirat Alpha-E die Teilnehmenden des Dialogforums Schiene Nord und weitere Gäste zu einem Statustreffen in Celle eingeladen. Hintergrund sind die sich verdichtenden Anzeichen für die Planung einer Neubaustrecke der DB AG durch die Lüneburger Heide, die bereits zu einer Vielzahl von Widerstandsaktionen mit vielen Teilnehmenden in den betroffenen Regionen geführt haben. Daher wurden die Gäste des Statustreffens auch von Vertreterinnen und Vertretern betroffener Bürgerinitiativen vor dem Veranstaltungsort begrüßt, die ihre Ablehnung der Neubauvarianten sehr deutlich machten.

In einem Statement für das Land Niedersachsen machte Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Althusmann deutlich, dass das Land an dem 2015 erzielten Konsens im Dialogforum Schiene Nord festhält. Der Minister betonte dabei, dass dieser Dialogprozess ein Ergebnis erzielt habe, das eine realisierbare Lösung für die Kapazitätsprobleme auf der Bahnstrecke Hannover – Hamburg beinhalte. Deshalb setze sich das Land weiter für die Umsetzung dieses Kompromisses ein.

Minister Althusmann warnte davor, dass die Umsetzung von Neubauplanungen zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen führen werde und am Ende ein Scheitern der Pläne drohe, wie es bei der Y-Trasse geschehen sei. Zwischen Hannover und Hamburg brauche es aber schnell mehr Kapazitäten. Weitere Punkte seines Vortrages waren unter anderem die Notwendigkeit eines Raumordnungsverfahrens und Fragen zur Finanzierbarkeit.

Frank Limprecht, Leiter Großprojekte, Regionalbereich Nord der DB Netz AG, stellte in einer Präsentation den aktuellen Stand der Planung vor. Er referierte die Anforderungen an die Planung, den bisherigen Planungsverlauf und stellte eine Reihe von kleineren Maßnahmen vor, die begleitend zum Projekt schnelle Verbesserungen für die Kapazität der Strecke Hannover – Hamburg bringen sollen. Erstmals wurden einer breiteren Öffentlichkeit dann vier denkbare Linienführungen präsentiert. Ohne es auszusprechen machten seine Ausführungen deutlich, dass es am Ende auf eine der Neubauvarianten hinauslaufen werde.

Für den Projektbeirat stellte Dr. Peter Dörsam als Sprecher die Sicht des Beirats auf den aktuellen Stand dar. Die Befürchtungen des Beirats, dass die Planung en der DB AG auf eine Neubaustrecke hinausliefen, hätten sich immer mehr verdichtet und wurden durch den Vortrag von Herrn Limprecht bestätigt. Dabei hat es am Ende des Dialogforums Schiene Nord auch vom damaligen stellvertretenden Vorstandssprecher der DB AG großen Zuspruch für die gefundene Ausbaulösung gegeben, gerade weil diese Lösung sehr viel schneller die notwendigen zusätzlichen Kapazitäten schafft und es letztlich fraglich ist, ob eine Neubaulösung überhaupt zustande kommt. Durch die momentan explodierenden Baukosten wird die Umsetzung einer Neubaulösung noch zusätzlich in Frage gestellt.

In der anschließenden Frage- und Diskussionsrunde mit Frau Dr. Eickmann aus dem niedersächsischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium, Herrn Limprecht von der DB Netz AG sowie den Projektbeirat-Sprechern Dr. Peter Dörsam und Joachim Partzsch wurden unter der Moderation von Peter Wyderka Fragen und Anmerkungen aus den betroffenen Regionen vorgebracht.

Die Beiratssprecher betonten, dass mit dem Ausbau der Strecke Hannover – Hamburg seit sieben Jahren ein belastbarer Vorschlag zur Kapazitätssteigerung auf dem Tisch liegt. Es sei schon zu viel Zeit vertan worden, deshalb müssten jetzt schnell Schritte eingeleitet werden, die zu einer zügigen Verbesserung auf der Strecke führen können.

Dr. Peter Dörsam führte aus: „Wir haben ein Konzept, und wir können es uns nicht erlauben, durch eine Neubauplanung, die Jahrzehnte dauern wird und ihre Wirkung erst dann entfaltet, wenn der letzte Meter Schiene verlegt ist, die Kapazitätsverbesserungen in eine ferne Zukunft zu verschieben.“

Und Joachim Partzsch ergänzt: „Im Dialogforum hat sich eine Region mit großer Mehrheit bereit erklärt, Lasten durch den Ausbau der Bahnstrecke auf sich zu nehmen. Das ist in Deutschland ein ziemlich einmaliger Vorgang. Es ist bedauerlich, dass die Chance zu einer Planung im weitgehenden Konsens von der DB AG nicht aufgegriffen wurde.“

Quelle: Projektbeirat Alpha-E, 16.09.2022

Mobilitätskongress – die Verkehrspolitik versagt

Der VerkehrsClub Deutschland benutzt das Prädikat „ökologisch“ – denn ohne diese Klarstellung kommt der Begriff Verkehr allmählich in Verruf.

Auf dem 10. VCD-Mobilitätskongress Niedersachsen am 06.09.2022 ging es um Mobilität der Zukunft in Ländlichen Räumen. Die Vortragenden sind allesamt langjährig in diesem Thema unterwegs. Zusammengerechnet waren Jahrhunderte an Erfahrungen und Expertise anwesend … mit der gemeinsamen Feststellung, dass die Verkehrspolitik in Deutschland im Stau steht.

Die Verkehrswende ist ein Paradigmenwechsel. Statt wie bisher in eindimensionalen Strukturen zu denken, planen, handeln kann eine wirklich ernst gemeinte Verkehrswende nur mit einer mehrdimensionalen Systemänderung funktionieren.

Der Kongress war gekennzeichnet durch einen sehr interessanten Mix an Beiträgen.
Lesen und hören Sie zu dieser Veranstaltung den Podcast bei Radio Flora.

Deutschlandtakt – eine viel zu gute Idee, um sie zu vermasseln 🙂

Unsere Forderung: Ein unabhängiger Projektbeirat muss Revisionsvorschläge für ein nachhaltiges, bezahlbares, realistisch zu verwirklichendes ITF-Konzept erarbeiten! Der Zielfahrplan 2030+ (bisher gemäß des 3. Gutachter-Entwurfs) muss neu berechnet werden!

Verkehrsexperten wie der Mathematiker und ITF-Experte Prof. Dr. Wolfgang Hesse raten dringend zu Verbesserungen der jetzigen Version des 3. Gutachter-Entwurfs. Und zwar bevor einzelne Streckenabschnitte in die Landschaft betoniert werden, die später mit ihrer Fehlerhaftigkeit, Unnützigkeit und Steuergeldverschwendung für Ärger sorgen. Das Konstrukt Deutschlandtakt ist eine politische Entscheidung der Bundesregierung. Dort sollte mit besonderem Augenmaß und großem Weitblick gearbeitet werden; denn mit einem fehlerhaften und zu kurz gedachten Taktfahrplan, bringt man eine hervorragende Idee schnell zum Entgleisen!

Weitere Informationen finden Sie im Menue der Webseite.


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