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	<title>Bandt &#8211;   Pro-Ausbau </title>
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	<description>Bahnfreunde aus dem Landkreis Schaumburg</description>
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		<title>Klimaschutz: Andreas Scheuer will Fesseln für die Zivilgesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dampflok]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Feb 2020 16:22:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Presse 2020]]></category>
		<category><![CDATA[Bandt]]></category>
		<category><![CDATA[BUND e.V.]]></category>
		<category><![CDATA[MgvG]]></category>
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					<description><![CDATA[<p><img width="435" height="411" src="https://pro-ausbau.de/wp-content/uploads/2020/02/15.02.2020-olaf-brandt-e1581783307181.jpg" class="attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image" alt="" decoding="async" fetchpriority="high" srcset="https://pro-ausbau.de/wp-content/uploads/2020/02/15.02.2020-olaf-brandt-e1581783307181.jpg 435w, https://pro-ausbau.de/wp-content/uploads/2020/02/15.02.2020-olaf-brandt-e1581783307181-300x283.jpg 300w" sizes="(max-width: 435px) 100vw, 435px" /></p>Die Koalition plant einen verheerenden Eingriff in die Klagerechte von Umweltverbänden. Dabei braucht Klimaschutz mehr statt weniger Bürgermitsprache. Der Gastbeitrag. &#8230; ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<hr class="wp-block-separator has-text-color has-background has-very-dark-gray-background-color has-very-dark-gray-color is-style-wide"/>



<p>Die 
Koalition plant einen verheerenden Eingriff in die Klagerechte von 
Umweltverbänden. Dabei braucht Klimaschutz mehr statt weniger 
Bürgermitsprache. Der Gastbeitrag.</p>



<p><strong>Klimakrise</strong>, <strong>Artensterben</strong>, gesundheitsgefährdende <strong>Abgase</strong> in Städten und <strong>Waldsterben</strong>
 2.0: Die weltweiten Klima- und Umweltkrisen sind in der öffentlichen 
Wahrnehmung angekommen. Die ersten Auswirkungen sind spürbar. Vielen 
Menschen wird klar: Ein „Weiter so“ ist kein Mittel, um den Krisen 
unserer Zeit zu begegnen. Die Politik muss jetzt umfassend handeln.</p>



<p>Doch
 statt die Probleme mutig anzupacken, windet sich die Bundesregierung 
mit unzureichenden Maßnahmen aus ihrer Verantwortung. Flankiert ist 
dieses Verschleppen von Angriffen auf die Zivilgesellschaft: erst auf 
die Gemeinnützigkeit, nun sollen die Klagerechte (weiter) eingeschränkt 
werden. Mit dem „Maßnahmengesetzvorbereitungsgesetz“, das aktuell im 
Bundestag beraten wird, will Verkehrsminister Andreas Scheuer die 
Klagemöglichkeiten der Umweltverbände mit Hilfe von Maßnahmengesetzen 
komplett aushebeln. Klar ist: Scheuer will damit Kritik im Keim 
ersticken.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein dreister Vorstoß</h3>



<p>Dieser
 dreiste Vorstoß erweist sich bei genauerem Hinsehen als inhaltlich 
gänzlich unsinnig: Das Gesetz hebelt Fachwissen, Expertise und 
Sachverstand einfach aus und schneidet den Rechtsweg ab. Statt wie 
bisher die Fachbehörden soll zukünftig der Bundestag über das ob und wie
 von Einzelprojekte entscheiden. Statt von neutraler Stelle werden 
Entscheidungen künftig – seien wir mal realistisch – entsprechend der 
Mehrheitsverhältnisse im Bundestag getroffen. Behördenentscheidungen 
sind dagegen Verwaltungsakte und gerichtlich überprüfbar. Das ist gerade
 bei so komplexen Planungen wie Infrastrukturprojekten extrem wichtig, 
denn Fehler passieren hierbei häufiger. Deshalb sind die Klagen der 
Umweltverbände auch überdurchschnittlich erfolgreich.</p>



<p>Künftig
 sähe das anders aus: Weder Umweltverbände noch Bürgerinnen und Bürger 
könnten Projekte umfassend von neutraler Stelle überprüfen lassen. 
Selbst wenn ein Projekt Immissionsgrenzwerte überschreitet oder 
Lebensraum von seltenen Tieren und Pflanzen rechtswidrig zerstört – der 
Gang vor die Verwaltungsgerichte wäre verschlossen. Ein so verheerender 
Eingriff in die Klagerechte verstößt nicht nur gegen die völkerrechtlich
 bindende Aarhus-Konvention, welche die Klagerechte für Umweltverbände 
gestärkt hat, sondern auch gegen das Grundgesetz. Jede Bürgerin und 
jeder Bürger muss damit rechnen, dass ihre Baugenehmigung fürs 
Wochenendhäuschen vor Gericht kontrolliert wird. Will sich hier ein 
Minister über Recht und Gesetz hinwegsetzen?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Stuttgart 21 lässt grüßen</h3>



<p>Präventiv
 spricht Scheuers Ministerium von nur zwölf Projekten, für die das 
Gesetz gelten soll. Aber schon jetzt ist klar, dass es nicht bei dem 
Dutzend bleiben wird. Der Entwurf ist ein Trojanisches Pferd: Er enthält
 eine Klausel, wonach das Verkehrsministerium beliebig weitere Projekte 
draufsatteln kann. Und ob mit dem Gesetzentwurf die Akzeptanz verbessert
 wird, wie es sich Bundesminister Scheuer erträumt, darf – vorsichtig 
gesagt – bezweifelt werden. Das Bahn-Großprojekt Stuttgart 21 lässt 
grüßen.</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-image-fill"><figure class="wp-block-media-text__media" style="background-image:url(https://pro-ausbau.de/wp-content/uploads/2020/02/15.02.2020-olaf-brandt-1024x350.jpg);background-position:50% 50%"><img decoding="async" width="1024" height="350" src="https://pro-ausbau.de/wp-content/uploads/2020/02/15.02.2020-olaf-brandt-1024x350.jpg" alt="" class="wp-image-2998"/></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="has-normal-font-size"> Wer die Zivilgesellschaft und die Bürgerinnen und Bürger mundtot macht,  kann Gesetze vielleicht schneller durchwinken. Aber den Widerstand gegen  Projekte kann der Minister so nicht verhindern. Die Menschen werden  ihren Weg finden, den Protest auf die Straße zu tragen. Eine echte  Beschleunigung, ein echter Beitrag zum Klimaschutz kann nur gelingen,  wenn eine weitreichende Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern  stattfindet. Dazu hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland  (BUND) umfassende Konzepte erarbeitet.                                            </p>



<p></p>



<p class="has-small-font-size">Bild:  Olaf Bandt ist Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). </p>
</div></div>



<p>Es mangelt nicht an Ideen für eine 
echte Planungsbeschleunigung. An dem Vorgehen von Andreas Scheuer zeigt 
sich aber einmal mehr, wie der Minister Politik macht und versteht: Er 
ignoriert alles, was ihm nicht in seine Konzepte passt. Beispielhaft 
sind das Debakel der Maut, die nach seiner Meinung europarechtskonform 
war, und das Tempolimit, das aus seiner Sicht gegen den gesunden 
Menschenverstand verstößt. Scheuer treibt die Politik ein ums andere Mal
 in ein Desaster. Andere dürfen hinterher die Zeche zahlen.</p>



<p>Den  Abgeordneten von Union und SPD, die nun bald das  Maßnahmengesetzvorbereitungsgesetz im Bundestag beschließen sollen (Anmerkung BI-Auetal: bereits am 31.01.2020 geschehen!), sei  gesagt: Schnelle Planung muss mit guter, fachlicher Planung einhergehen.  Dazu gehört die Einhaltung des Umweltrechts und der Erhalt der  Klagerechte. Hoffentlich haben die Abgeordneten nicht das gleiche  zweifelhafte Rechtstaatsverständnis wie der Verkehrsminister. Sie müssen  dieses unsägliche Gesetz stoppen – ungeachtet der  Fraktionszugehörigkeit (Anmerkung BI-Auetal: auch der Bundesrat hat am 14.02.2020 das Gesetz genehmigt!). Sonst wird sich Minister Scheuer nach dem  Maut-Debakel die zweite Abfuhr aus Brüssel oder Karlsruhe holen.</p>



<p>Quelle: <a href="https://www.fr.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Frankfurter Rundschau (öffnet in neuem Tab)">Frankfurter Rundschau</a> am 15.02.2020   Autor: Olaf Bandt</p>
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