<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Atomstrom &#8211;   Pro-Ausbau </title>
	<atom:link href="https://pro-ausbau.de/tag/atomstrom/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://pro-ausbau.de</link>
	<description>Bahnfreunde aus dem Landkreis Schaumburg</description>
	<lastBuildDate>Thu, 30 Jun 2022 12:56:10 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.6.2</generator>

<image>
	<url>https://pro-ausbau.de/wp-content/uploads/2020/09/cropped-Logo-normal-2-32x32.png</url>
	<title>Atomstrom &#8211;   Pro-Ausbau </title>
	<link>https://pro-ausbau.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Ökologisch? Nicht die DB</title>
		<link>https://pro-ausbau.de/oekologisch-nicht-die-db/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dampflok]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Feb 2020 09:15:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Presse 2020]]></category>
		<category><![CDATA[Arno Luiks]]></category>
		<category><![CDATA[Atomstrom]]></category>
		<category><![CDATA[Beton]]></category>
		<category><![CDATA[Diesel]]></category>
		<category><![CDATA[Glyphosat]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltschutz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://pro-ausbau.de/?p=3063</guid>

					<description><![CDATA[<p><img width="180" height="285" src="https://pro-ausbau.de/wp-content/uploads/2020/02/schaden-an-der-oberleitung.jpg" class="attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image" alt="" decoding="async" fetchpriority="high" /></p>Diesel, Atomstrom, Glyphosat, Vollgas in Tunneln und sehr viel Beton: Die Bahn ist ein Umweltfrevler – unnötigerweise. Exklusive Vorabveröffentlichung aus &#8230; ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<hr class="wp-block-separator is-style-wide"/>



<p>Diesel, Atomstrom, Glyphosat, Vollgas in Tunneln und sehr viel Beton:  Die Bahn ist ein Umweltfrevler – unnötigerweise. Exklusive  Vorabveröffentlichung aus Arno Luiks neuem Bahn-Buch &#8222;Schaden in der  Oberleitung&#8220;. </p>



<figure class="wp-block-image is-resized"><a href="https://www.kontextwochenzeitung.de/fileadmin/_processed_/2/b/csm_Luik_Tunnel_jr_171113_0074_fa199e9add.jpg"><img decoding="async" src="https://www.kontextwochenzeitung.de/fileadmin/_processed_/2/b/csm_Luik_Tunnel_jr_171113_0074_2ea29a2529.jpg" alt="Viele neue Tunnel baut die Bahn – nicht so grün und öko. Foto: Joachim E. Röttgers" width="308" height="176"/></a><figcaption>
		Viele neue Tunnel baut die Bahn – nicht so grün und öko. Foto: Joachim E. Röttgers
	</figcaption></figure>



<p>Die
 Bahn brüstet sich seit vielen Jahren damit, dass sie ein klasse grünes 
Unternehmen sei, &#8222;unsere Loks gewöhnen sich das Rauchen ab&#8220;, dieser 
Werbeslogan der Deutschen Bundesbahn von 1968 begründete das schöne 
Image der umweltfreundlichen Bahn, das sie bis heute aufwendig pflegt: 
&#8222;Bahnfahren ist Umweltschutz.&#8220; Das ist in den Köpfen der Bundesbürger 
drin. Man glaubt es gern, auch das vielleicht noch: &#8222;Wir wollen 
Umweltvorreiter werden und setzen dafür Maßstäbe in allen Bereichen. So 
fahren heute bereits rund 140 Millionen Reisende im Fernverkehr mit 100 
Prozent Ökostrom.&#8220;</p>



<p>Mit dem Bahnfahren, das suggerieren die 
Imagekampagnen des Konzerns, rettet man das Klima. Die Bahn schafft, 
woran die Politik so kläglich versagt: die Energie- und Verkehrswende. 
Der Eisbär auf seiner schmelzenden Eisscholle muss diesem Klimaretter 
dankbar sein.</p>



<p>Tatsächlich?</p>



<p>Die Bahn AG ist Deutschlands 
größter Stromverbraucher, sie benötigt im Jahr mehr Strom als die 
Metropole Berlin. Um die Züge ins Rollen zu bringen und zu halten, 
verbraucht der Konzern um die 18 Milliarden Kilowattstunden.</p>



<p>Ihr 
Fernverkehr, sagt die Bahn stolz, fährt mit Ökostrom. Allerdings: Der 
Fernverkehr ist die fast kleinste Sparte im Konzern. Und der dort 
konkret verbrauchte Ökostrom kann sehr wohl aus Atomkraftwerken stammen.
 Ökostrom für die Fernzüge heißt lediglich: Die Bahn kauft genau so viel
 elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen ein, wie sie im angeblich 
so sauberen Fernverkehr verbraucht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Greenpeace-Experte: &#8222;In Wahrheit eine Atombahn&#8220;</h3>



<p>Außerdem
 ist die Bahn, worüber sie nicht so gern spricht, Mitbesitzerin eines 
Atomkraftwerks, des AKWs Neckarwestheim, das zu den größten Kraftwerken 
Deutschlands gehört, uralt und einer der gefährlichsten Atommeiler in 
Deutschland – Risse in Rohren und Störfälle (über 500 seit der 
Inbetriebnahme 1976) sorgen immer wieder für Angst bei Anwohnern. Vor 
ein paar Jahren kommentierte Tobias Riedl, Atomexperte bei Greenpeace, 
dieses Greenwashing des DB-Konzerns so: &#8222;Die Bahn inszeniert sich gern 
als umweltfreundliches Unternehmen, doch in Wahrheit ist sie eine 
Atombahn.&#8220;</p>



<figure class="wp-block-image is-resized"><a href="https://www.kontextwochenzeitung.de/fileadmin/_processed_/8/c/csm_Luik_Neckarwestheim_jr_100401_6168_689f9e96de.jpg"><img decoding="async" src="https://www.kontextwochenzeitung.de/fileadmin/_processed_/8/c/csm_Luik_Neckarwestheim_jr_100401_6168_7e701683d9.jpg" alt="Die DB ist Miteigentümerin des AKWs Neckarwestheim. Foto: Joachim E. Röttgers" width="202" height="149"/></a><figcaption>Die DB ist Miteigentümerin des AKWs Neckarwestheim. Foto: Joachim E. Röttgers</figcaption></figure>



<p>Und
 vielleicht muss man auch daran erinnern: Im August 2010, sieben Monate,
 bevor es in Fukushima zum atomaren GAU kam, war Bahnchef Rüdiger Grube 
einer der 40 Erstunterzeichner des &#8222;Energiepolitischen Appells&#8220; 
deutscher Manager, die sich öffentlich für eine Laufzeitverlängerung von
 Atomkraftwerken stark machten. Da war er sehr fix. Aber bei der Bahn 
fehlt das für das 21. Jahrhundert Selbstverständlichste: Nicht mal 60 
Prozent des Schienennetzes sind elektrifiziert, und es fehlt auch der 
Wille, dies zu ändern: Von 2005 bis 2010 stieg der Anteil der 
elektrifizierten Strecken um gerade mal 0,4 Prozent pro Jahr.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Oberleitungen für LKWs statt für Schienenstrecken</h3>



<p>Und
 auch der Eigentümer, der Staat, forciert das Selbstverständliche nicht.
 Er unterstützt vielmehr Fragwürdiges: Die Autobahnen sind total 
überlastet, aber die Bundesregierung steckt ziemlich viel Geld in 
Zug-Imitationen – LKWs mit Stromoberleitungen. Was nicht nur 
unästhetisch aussieht, sondern auch ökologisch fragwürdig ist und 
garantiert keinen Stau verhindert. Und überdies die Autobahnen 
demoliert: Ein LKW belastet die Straße so sehr wie 100 000 PKWs. Aber 
egal, auf Teufel komm raus muss man im Autoland offenbar am LKW 
festhalten. Und: DB Schenker, das seit 2002 der Bahn gehörende 
Logistikunternehmen, macht mit bei diesen Versuchen, die garantiert 
nicht mehr Fracht auf die Schiene bringen.</p>



<p>Im schwarz-grünen 
Hessen rollen seit Mai 2019 auf der A5 bei Langenfeld/Mörfelden die 
ersten elektrisch betriebenen Lastwagen. Diese E-Laster docken – ähnlich
 wie Züge auf Gleisen – an die Oberleitungen an. Ärgerlich: Seit Jahren 
soll parallel zu dieser LKW-Testbahn eine Zugstrecke ausgebaut werden – 
was bisher an Geldmangel gescheitert ist. Aber für die 
Güterzugimitationen auf Gummirädern gibt es Geld aus der Staatskasse – 
14,6 Millionen Euro.</p>



<figure class="wp-block-image is-resized"><a href="https://www.kontextwochenzeitung.de/fileadmin/_processed_/7/4/csm_Luik_EHighway_Siemens_01_e41a8e9c1c.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kontextwochenzeitung.de/fileadmin/_processed_/7/4/csm_Luik_EHighway_Siemens_01_b03ca75da3.jpeg" alt="Konkurrenz unter Strom: E-Highway. Foto: Siemens" width="210" height="284"/></a><figcaption>Konkurrenz unter Strom: E-Highway. Foto: Siemens</figcaption></figure>



<p>Und
 auch im schwarz-grün-gelben Schleswig-Holstein gibt es nun eine 
Teststrecke für E-Lastwagen. Sie ist fünf Kilometer lang, alle paar 
Meter stehen klobige Masten, in einer Höhe von ein paar Metern hängen 
die Stromdrähte über der Autobahn. 19 Millionen Euro lässt sich der Bund
 diesen Unfug kosten, für den eine Fahrspur geopfert wird. Im 
grün-schwarzen Baden-Württemberg geschieht etwas besonders Verrücktes: 
Dort soll auf einer Bundesstraße die Tauglichkeit für Ortsdurchfahrten 
geprobt werden. Insgesamt 50 Millionen Euro steckt das 
Bundesumweltministerium in diese LKW-Tests mit Stromoberleitungen.</p>



<p>Der
 Bund der Steuerzahler ist in der Vergangenheit eher selten durch kluge 
ökologische Gedanken aufgefallen. Aber diese Tests findet auch dieser 
Verein mehr als sonderbar, auf jeden Fall sei es rausgeworfenes Geld. 
&#8222;Es wäre besser, das Geld in den Ausbau des Schienennetzes zu stecken&#8220;, 
sagt Rainer Kersten, der Landesgeschäftsführer von Schleswig-Holstein: 
&#8222;Ein leistungsfähigerer Schienengüterverkehr auf elektrifizierten 
Strecken würde den Ausstoß von Kohlendioxid stärker reduzieren und die 
Straßen nachhaltiger entlasten.&#8220;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Dieseljunkie</h3>



<p>Aber das
 Geld für die Elektrifizierung von richtigen und wichtigen Bahnstrecken,
 etwa für den Ausbau der Strecke Chemnitz–Leipzig oder für die 
international wichtige Verbindung Nürnberg–Prag – dieses Geld fehlt. 
Oder es wird irgendwo anders verplempert. Übrigens: Auf der 
tschechischen Seite gibt es bis zur Grenze Strom für die Züge, schon 
seit Jahren.</p>



<p>Aber die Bahn ist nicht nur atomfreundlich, sie ist 
auch ein Dieseljunkie: Fast 2500 Triebwagen und Lokomotiven mit 
Dieselmotoren rollen durch Deutschland, das ist ein Drittel des 
DB-Fuhrparks, und die meisten von ihnen sind mit einer 
Uralt-Abgastechnik ausgestattet, die sich an den Schadstoffwerten von 
1999 orientiert: echte Dreckschleudern. Diese Loks sind ohne 
Dieselrußpartikelfilter unterwegs, sie müssten – wie die Dieselautos – 
nachgerüstet werden, modernisiert, am besten abgeschafft werden, aber da
 geschieht nichts.</p>



<p>Alles in allem, das sind die offiziellen Zahlen
 der Bahn, stammen noch immer 43 Prozent des Bahnstroms aus 
konventioneller Energie, vor allem aus Kohlekraftwerken und Atommeilern.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Giftspritzer</h3>



<p>Alle
 reden von Glyphosat. Nur die Bahn nicht. Dabei setzt sie es in großem 
Stil ein: Sie ist der größte Einzelverbraucher hierzulande des sehr 
wahrscheinlich krebserzeugenden Herbizids.</p>



<figure class="wp-block-image is-resized"><a href="https://www.kontextwochenzeitung.de/fileadmin/_processed_/1/7/csm_Luik_Bahngleis_jr_170509_9410_e89a9dc2d4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kontextwochenzeitung.de/fileadmin/_processed_/1/7/csm_Luik_Bahngleis_jr_170509_9410_1181625c7a.jpg" alt="Glyphosat im Gleisbett und der Schotter bleibt grau. Foto: Joachim E. Röttgers" width="229" height="129"/></a><figcaption>Glyphosat im Gleisbett und der Schotter bleibt grau. Foto: Joachim E. Röttgers</figcaption></figure>



<p>Wo Glyphosat hinfällt, wächst kein Gras mehr. Das Totalherbizid tötet sämtliche Pflanzen.</p>



<p>Rund
 65 Tonnen jährlich verspritzt der Staatskonzern, um Unkraut im 
Schotterbett der Gleise zu bekämpfen. Rund 33 500 Kilometer umfasst das 
DB-Schienennetz, &#8222;33 500 Kilometer voller Glyphosat, die sich wie eine 
Giftspur durch die ganze Bundesrepublik ziehen&#8220;, heißt es in einer 
Petition von Aktivisten, die sich gegen diesen flächendeckenden Einsatz 
engagieren.</p>



<p>Auf einem Community-Forum hat die Bahn auf die 
Vorwürfe reagiert: &#8222;Die Vegetationskontrolle ist unverzichtbar für einen
 sicheren Bahnbetrieb. Der Gleisbetrieb muss frei von Bewuchs bleiben. 
Derzeit stellen weder thermische noch mechanische Verfahren eine 
Alternative zum begrenzten Einsatz von Herbiziden im Gleisbereich dar.&#8220; 
In den vergangenen Jahren habe man mit flüssigem Stickstoff, Heißdampf, 
Hochfrequenzenergie oder elektrischen Energiefeldern experimentiert, 
aber: &#8222;Sie sind keine Alternative für Glyphosat. So dauert u. a. die 
Durcharbeit deutlich länger und die Energiebilanz ist schlechter&#8220;, 
schreibt die Bahn. Und macht dann das, was sie immer macht, wenn es 
unangenehm für sie wird: Sie kündigt etwas an, sie verspricht etwas – 
bald werde man gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium nach 
Alternativen forschen.</p>



<p>Und so geht die unselige staatlich 
unterstützte Spritzerei weiter. Die Giftzüge fahren unangekündigt durch 
das Land – vorbei an Schulen, Kindergärten, an Schrebergärten. Niemand 
wird vorab informiert, nicht einmal die Bahnmitarbeiter entlang der 
Bahnstrecken.</p>



<p>Ob dieser flächendeckende Herbizideinsatz konkrete 
Schädigungen provoziert? Man weiß es nicht. Man will es nicht wissen. 
Die Bahn jedenfalls vernichtet nach drei Jahren ihre Prüfberichte in 
Sachen Glyphosat.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Tempo 300 ist Ökofrevel</h3>



<p>Wie unfähig es 
an der Bahnspitze zugeht, zeigt eine symbolische Momentaufnahme: Da 
verkündet die Bahn im Herbst 2018, sie werde in Zukunft auf die 
Höchstgeschwindigkeitszüge verzichten, mehr als 280 Kilometer 
Geschwindigkeit werde es nicht mehr geben – aus ökologischen Gründen. 
Eine weise Entscheidung.</p>



<p>Doch ein knappes halbes Jahr später lässt
 die Bahn wissen: Künftig sollen ICE-Züge mit Tempo 300 zwischen 
Hannover und Bielefeld verkehren. Dazu werde es eine neue Trasse entlang
 der A2 geben, wieder mal ein milliardenschwerer Neubau – für was? Tempo
 300 ist Ökofrevel, von der Vernunft her heute nicht zu rechtfertigen: 
Ein so schnell dahinsausender ICE verbraucht zu viel Energie. 
Entschleunigung ist ein Muss.</p>



<p>&#8222;Gut fürs Klima – die Bahn&#8220;, titelte
 vor Jahren einmal eine Anzeigenkampagne des Schienenkonzerns. Und man 
sah auf hübschen Bildern einen ICE 3 durch eine blühende Rapslandschaft 
rauschen. Wirklich klasse sah das aus, topökologisch wirkte es.</p>



<p>Aber
 es gab auch mal ein Interview, lang ist es her, mit Bahnchef Mehdorn. 
Der war natürlich sehr stolz auf diesen Zug, diesen Kraftprotz. Beim 
Anfahren verbraucht der Zug, erklärte Mehdorn, &#8222;so viel Strom wie ein 
Städtchen mit 5000 Einwohnern am ganzen Tag&#8220;. Zwar hat Mehdorn in seinem
 Angeberstolz da ein wenig übertrieben, aber sein Vergleich zeigt 
plastisch, wie viel Energie extremer Hochgeschwindigkeitsverkehr 
verschlingt.</p>



<p>Zuerst muss der Zug mal Fahrt aufnehmen, also diese 
Stahlmasse in Bewegung bringen, beim ICE 3 ist es rund eine Tonne pro 
Sitzplatz. Riesig ist dann der Energieaufwand, um während der Fahrt 
ständig den Luftwiderstand zu überwinden. Der Verbrauch steigt 
überproportional mit der Geschwindigkeit. Jenseits von Tempo 200 
pulverisiert sich die Öko-Bahn. Platt ausgedrückt: je schneller, desto 
blöder.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Bahn heizt mit Tunneln das Klima an</h3>



<p>Die Bahn 
könnte umweltfreundlich sein. Aber sie ist es nicht. Der Münchner 
Verkehrsexperte Karlheinz Rößler findet das Eigenlob in dieser Hinsicht 
&#8222;heuchlerisch&#8220;. Aber er denkt dabei nicht an die 
Glyphosat-Giftverspritzerei am Gleisbett, an Strom aus AKWs, sondern an 
einen Ökofrevel, den wohl nur Wenige auf dem Radarschirm haben: &#8222;Sobald 
Züge im Tunnel fahren&#8220;, sagt er, &#8222;verliert das System Schienenverkehr 
seinen Umweltbonus gegenüber der Straße.&#8220;</p>



<p>In den engen Tunneln ist
 der Luftwiderstand im Vergleich zu oberirdischen Strecken enorm. Bei 
zweigleisigen Tunneln steigt der Energieverbrauch um 50 Prozent, bei 
eingleisigen Tunnelröhren sogar um bis zu 100 Prozent.</p>



<figure class="wp-block-image is-resized"><a href="https://www.kontextwochenzeitung.de/fileadmin/_processed_/c/3/csm_Luik_Beton_jr_181116_6595_2d2d5b368c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kontextwochenzeitung.de/fileadmin/_processed_/c/3/csm_Luik_Beton_jr_181116_6595_9bc905093c.jpg" alt="Aus Zement und Beton auch die Kelchstützen des S-21-Tiefbahnhofs. Foto: Joachim E. Röttgers" width="314" height="194"/></a><figcaption>Aus Zement und Beton auch die Kelchstützen des S-21-Tiefbahnhofs. Foto: Joachim E. Röttgers</figcaption></figure>



<p>Aber,
 und das vor allem: Der Tunnelbau selbst ist äußerst unökologisch, da 
beim Bau viel Zement und Stahl notwendig sind – also Materialien, die 
bei ihrer Herstellung den Treibhauseffekt, so Rößler, &#8222;regelrecht 
anheizen&#8220;.</p>



<p>Das Wort &#8222;Beton&#8220; kommt in diesem Buch häufig vor. Beton
 ist eine selbstverständliche Sache, Beton ist allgegenwärtig. Wo gebaut
 wird, ist meist Beton im Einsatz: Kein Eisenbahntunnel, keine 
Eisenbahnbrücke, kein Brückenpfeiler kann ohne Beton bestehen.</p>



<p>In 
den Köpfen fast aller Bürger und Politiker ist aber der Gedanke fest 
einbetoniert, dass Eisenbahntunnel sein müssen, dass sie wichtig und 
prinzipiell gut sind. Das erfreut natürlich die Beton- und 
Stahlindustrie.</p>



<p>Wenn es um Umweltverschmutzung geht, denken fast 
alle an Flugzeuge, Autos, Schiffe. An eine Klimasünde, an die man auch 
denkt, ist das Abholzen von Wäldern in Brasilien oder in den Tropen, 
oder auch noch die heutige Intensiv-Landwirtschaft. Die alle müssen sich
 wegen der Erderwärmung rechtfertigen – zu Recht. Aber die größten 
Klimakiller und Umweltverschmutzer stehen nicht am Pranger: Beton und 
Stahl. Bei deren Produktion werden riesige Mengen von Treibhausgasen 
freigesetzt, es entstehen auch Methan und Stickoxide – und letztere 
haben eine 300-fach stärkere Treibhauswirkung, verglichen mit CO2.</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide" style="grid-template-columns:25% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><img decoding="async" src="https://www.kontextwochenzeitung.de/fileadmin/_processed_/e/c/csm_Luik_Beton_jr_181116_3412_1afd260917.jpg" alt="Über sieben Millionen Tonnen Stahlbeton allein für S 21. Foto: Joachim E. Röttgers"/></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="has-normal-font-size"> Die  Zementherstellung stößt fast drei Mal so viel CO2 aus wie der  gesamte  Flugverkehr. Wäre die globale Beton- und Zementindustrie ein  Land, dann  wäre dieses Betonland auf der Liste der CO2-Sünder auf dem  dritten Platz  – hinter China und den USA. </p>



<p style="font-size:12px"> Über sieben Millionen Tonnen Stahlbeton allein für S 21. Foto: Joachim E. Röttgers </p>
</div></div>



<p>In
 einer Studie zu Stuttgart 21 hat Karlheinz Rößler ausgearbeitet, wie 
viele Tonnen Treibhausgas beim Bau von Tunneln in die Atmosphäre 
gepustet werden. Er kommt auf folgende beklemmende Zahlen: Ein 
durchschnittlicher PKW setzt pro gefahrenem Kilometer 176 Gramm 
Treibhausgas frei. Nimmt man die durchschnittliche Jahresfahrleistung 
der deutschen Autofahrer von 13 562 Kilometern, so ergibt sich, dass 26 
000 Autos dieselbe Menge an umweltschädlichem Treibhausgas freisetzen 
wie der Bau von einem (!) Eisenbahntunnelkilometer mit zwei Röhren.</p>



<p>Insgesamt
 werden allein bei S 21 über sieben Millionen Tonnen Stahlbeton verbaut –
 für die vielen Tunnel, für Schienen, Schwellen, für die 
Betonfahrbahnen. Fast zwei Millionen Tonnen Treibhausgas werden wegen S 
21 freigesetzt. S 21 ist nicht mehr und nicht weniger als ein staatlich 
subventionierter Klimakiller.</p>



<p>Natürlich ist auch die vor knapp 
zwei Jahren eingeweihte ICE-Neubaustrecke Nürnberg–Berlin, die 
Flugpassagiere zu Bahnkunden machen soll, ein Umweltfrevel: &#8222;30 Jahre 
lang&#8220;, sagt Rößler, &#8222;müssten die mit dem Zug fahren, um den Klimaschaden
 durch die Tunnelbauwerke zu kompensieren.&#8220;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Im Griff der Betonmafia</h3>



<p>Aber,
 und das ist das Verblüffende: Selbst bei den großen Klimakonferenzen 
2015 in Paris und 2018 in Kattowitz wurde nicht thematisiert, wie 
umweltschädlich die Beton- und Stahlproduktion ist. Dabei erzwingen die 
Zahlen eine Diskussion über dieses riesige Problem: Auf über 40 
Milliarden Tonnen wird der Jahresausstoß an Treibhausgas weltweit 
geschätzt. Etwa acht (!) Milliarden Tonnen stammen aus Zementfabriken 
und Stahlwerken – also ein Anteil von rund 20 Prozent!</p>



<p>Wem die 
Umwelt am Herzen liegt, wer möchte, dass weniger klimaschädliche Gase 
freigesetzt werden, muss sich dafür einsetzen, dass viel weniger Beton 
und Stahl im alltäglichen Leben verwendet wird.</p>



<p>Aber das Gegenteil
 geschieht. Noch nie wurden so viele Tunnel gebohrt, so viele Brücken 
über Flüsse und Täler gespannt, so viele Logistikzentren in die 
Landschaft gefräst, so viele und so schwere Autos wie heute gebaut.</p>



<p>Quelle:  <a rel="noreferrer noopener" aria-label="https://www.kontextwochenzeitung.de (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.kontextwochenzeitung.de" target="_blank">kontextwochenzeitung.de</a>  Von Arno Luik|Datum: 28.08.2019</p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
